Es ist meist grün verpackt, leicht gräulich und wir kaufen es ausgesprochen gerne – nur auf dem stillen Örtchen ist es uns oftmals zu rau. Die Rede ist natürlich von Recyclingpapier.

 

Doch welchen Weg legt der Faserstoff eigentlich zurück, bevor er sein zweites, drittes oder gar siebtes Leben antreten darf? Was passiert mit einem Stück Papier, nachdem wir es in die Recyclingtonne geworfen haben?

 

Von einer Gesellschaft ohne Papier sind wir weit entfernt, auch wenn es sich beim vermeintlich „papierlosen Büro“ um einen Trend des 21. Jahrhunderts handelt. Wer einen Blick auf die Zahlen wirft, wird schnell feststellen können, dass unser Papierverbrauch während der letzten Jahrzehnte ungeahnte Ausmaße angenommen hat - und nach wie vor stetig wächst.

 

Umso wichtiger ist es, dass wir nicht nur Sparsamkeit anstreben, sondern auch den richtigen Umgang mit dem Werkstoff Holz. Nachhaltig bewirtschaftete Wälder sind der eine Weg - Recycling der andere. In Kombination ergeben die Methoden ein unschlagbares Duo, das unseren Papierkonsum deutlich umweltverträglicher gestaltet.

 

Recyclingpapier – ein Werkstoff in Bewegung

 

Das Leben eines jeden Papierbogens beginnt im Wald, ob er aus recyceltem Material besteht oder nicht. Schließlich fällt auch Recyclingmaterial nicht vom Himmel. Für die konventionelle Papierherstellung werden entweder frisch gefällte Bäume verwendet, teilweise aber auch Reste, die bei Forstarbeiten anfallen.

 

Papier aus frischen Fasern stammt viel zu oft aus dem tropischen Regenwald, der ohne Rücksicht auf Verluste niedergemäht wird, um die gesamte Welt mit Papier zu versorgen. Von Nachhaltigkeit findet sich hier keine Spur.

 

Im Gegenteil: große Flächen des

 

 

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indonesischen Regenwaldes sind bereits unwiederbringlich abgeholzt. Die deutlich bessere Alternative: Holzprodukte, die mit dem FSC-Siegel für nachhaltige Forstwirtschaft versehen sind.

 

Für nachhaltig operierende Unternehmen aus der Druck- und Papierbranche wie die Mitglieder der AG Zukunft zählen daher Produkte mit dem FSC Siegel oder dem Blauen Engel  zum Kernsortiment.

 

Einmal geschlagen beginnt das Holz seine Reise und die Stämme werden zu Holzchips verarbeitet. Diese werden zu einem Brei eingestampft, der anschließend gebleicht wird. Bereits hier erhält das Papier seine charakteristische Weiße, so dass wir es später farbecht bedrucken können.

 

Ist der Brei fertig, wird er auf Leinwände gesprüht. Das Wasser läuft ab, die Masse trocknet, die Fasern verdichten sich. Doch damit nicht genug – nach diesem Prozess laufen die Papiermatten durch diverse Walzen, die noch mehr Wasser aus der Masse herauspressen. Außerdem entsteht durch die Rollen bereits eine gleichmäßige Oberfläche.

 

Das beinahe fertige Papier wird nun in großen und kompakten Papierrollen zusammengefasst, die bis zu drei Tonnen wiegen können. Aus ihnen werden die Blätter geschnitten, die wir später im Geschäft kaufen können oder mit denen Druckereien beliefert werden.

 

Recyclingpapier – aus alt mach neu

 

Wer nun das jähe Ende der Papierbögen wittert, ist auf dem Holzweg: Tonnen des wertvollen Werkstoffs schaffen es auf die Recyclinghöfe, wo die Abfälle nicht nur zu neuen Papierprodukten verarbeitet werden, sondern auch zu Kreppband, Verbänden, Dämmungen, Flügelhemden und vielem mehr. Zu diesem Zweck wird es erneut zu einem Brei

 

verarbeitet – nachdem es sortiert wurde. So erfahren alte Zeitungen

beispielsweise eine andere Zweitverwertung als Papierabfälle aus dem Büro.

 

Der Brei muss allerdings zunächst von Resten befreit werden, zum Beispiel von Heftklammern oder Klebstoffen. Dazu wird die Masse durch ein Sieb gepresst, an dem die Störenfriede hängenbleiben. Anschließend kann zudem auch eine Zentrifuge verwendet werden, um ungewollte Stoffe herauszufiltern.

 

Natürlich fehlt noch ein weiterer wichtiger Prozess: die Entfernung der Druckertinte. Behilflich ist eine spezielle Seife, die die Farbe isoliert und den Brei auf diese Weise reinwäscht. Anschließend kann die Farbe sogar noch verwendet werden, zum Beispiel für Kies.

 

Um das recycelte Papier glatter und reißfester herstellen zu können, ist es durchaus möglich, dass dem Brei Frischfaseranteile beigemischt werden. Dies ist – ähnlich wie in der Plastikproduktion – aber notwendig, um überhaupt recyceln zu können. Ist das Recyclingprodukt fertig, tritt es erneut in den Kreislauf ein.

 

Wertschätzung statt Verschwendung

 

Mit jedem Recyclingvorgang büßen die benutzten Fasern einen kleinen Teil ihrer Festigkeit ein. Die Fasern werden aufgebrochen, wieder verklebt, aufgebrochen, wieder verklebt … Gehen wir von der Frischfaser aus, so kann das Papier aber bis zu sieben Mal wiederverwendet werden, sofern es in der Recyclingtonne landet und nicht etwa im Hausmüll.

 

Was bedeutet: Wenn wir richtig mit unserem Altpapier umgehen und ihn den richtigen Kreisläufen zuführen, schenken wir den Wäldern bis zu sieben Leben. Ex und hopp? In Zeiten allgemeiner Rohstoffverknappung eher fahrlässig als nur zu schade!

 

 

Autor: Richard Kastner

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