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Die Papierfaltkunst Origami ist wohl beinahe jedem von uns ein Begriff. Weniger verbreitet ist hingegen das Wissen, dass dahinter eine jahrhundertelange Geschichte steckt. So ist es nicht unwahrscheinlich, dass Origami schon mit der Erfindung des Papiers  selbst aufkam.

 

Die Wissenschaft ist nämlich der Ansicht, dass wir natürlicherweise das Verlangen empfinden, ein Stück Papier zu falten, sobald wir es in der Hand halten. Dies würde bedeuten, dass die Papierfaltkunst bereits im Jahr 105 n. Chr. Einzug erhalten hätte – zumindest in ihren ersten Zügen.

 

Einen richtigen Boom erlebte das Handwerk erst später in Japan. Dort war der Werkstoff Papier zu diesem Zeitpunkt sehr teuer, so dass das kunstvolle Falten der Bögen auf Rituale und Zeremonien limitiert wurde, wie zum Beispiel Hochzeiten oder andere besondere Anlässe.

 

Millionen Klicks für
gefaltete Blumen

 

Heute ist Origami längst eine anerkannte Kunstform. Es gibt massenhaft Ratgeberbücher, Anleitungen und Online-Tutorials – eine Beliebtheit, die mit der anhaltenden Digitalisierung multipliziert wird, denn Menschen

 

 

 sehnen sich in Zeiten der digitalen materiellen Entäußerung nach greifbaren haptischen Erlebnissen.

 

Das weiß auch YouTuber Tadashi Mori, der mittlerweile regelrecht zum Star der Szene avanciert ist und Millionen von Klicks einheimst, indem er das Falten selbstentwickelter Origami-Figuren erklärt.

 

So findet man auf seinem Channel nicht nur eine Faltanleitung für eine Papiernachbildung des „Star Wars“-Charakters Darth Vader, sondern auch Tutorials für Dinosaurier, Geschenkboxen, Tiere, Pokémon-Figuren, Drachen und Blumen.

 

Die Faltanleitung für einen originalen Facebook-Like-Button wurde bis jetzt beinahe 80.000 Mal angeklickt. Der bisher größte Erfolg dürfte Moris Rose aus Papier sein – die dazugehörige Anleitung verzeichnet mehr als 2 Millionen Klicks.

 

Sogar das Interesse der Wissenschaft konnte Mori wecken, denn Forscher und Ingenieure müssen oft Dinge auf kleinstem Raum unterbringen, ob nun in der Raumfahrt oder in der Chirurgie. Als besonders einfach, flexibel und belastbar hat sich die Miura-Faltung erwiesen.

 

 

Entschleunigung dank Origami

 

Als Papierverarbeiter wissen wir um die haptischen Stärken unseres Werkstoffs. Nicht nur, dass wir uns in Zeiten digitaler Reizüberflutung nach beruhigenden händischen Tätigkeiten sehnen, was zum Beispiel auch das Revival von Malbüchern für Erwachsene beweist. Es ist vor allem der Werkstoff Papier, der uns das Gefühl gibt, die Zeit entschleunigen und im Griff haben zu können.

 

So stecken unsere verlorenen Stunden meist in den Zeitkontingenten, die wir für das Checken unserer E-Mails, Messenger und Accounts auf den Sozialen Netzwerken aufwenden oder uns unseren Mobile Devices hingeben.

 

Widmen wir uns hingegen handschriftlichen Notizen und bringen auf diese Weise Klarheit in unseren Alltag, so scheint uns die Zeit gleich viel weniger flüchtig. Mit Origami verhält es sich ganz genauso, denn die beruhigende Papierfaltkunst ist ein echter Entschleunigungsfaktor für unser Leben - nicht nur Tadashi Moris Zuschauer sehen das genauso wie wir.

 

Autor: Richard Kastner

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