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Wer sich auch nur drei Minuten mit den Grundlagen der Rockmusik beschäftigt, wird dabei unweigerlich über den Namen Queen stolpern, steht die Truppe um Frontgenie Freddie Mercury doch wie kaum eine andere für die bahnbrechende britische Szene. Am 29. Juni 2016 wird sein Notizbuch versteigert.

 

Das zuständige Auktionshaus Bonham‘s teilte mit, dass es sich bei dem Auktionsgegenstand um eine Textskizzen- und Lyriksammlung handelt, die Mercury zwischen 1988 und 1990 zusammengetragen hat, bevor er im Jahr 1991 an seiner AIDS-Erkrankung verstarb.

 

Mit „Too Much Love Will Kill You“ und “The Show Must Go On” enthält die Sammlung unter anderem auch die zwei Songs, die von der Krankheit des Musikers handeln. „The Show Must Go On“ wurde allerdings in erster Linie von Gitarrist Brian May verfasst – Mercury ergänzte anschließend eigene Ideen.

 

Notizbücher als Tor zur Vergangenheit

 

Veröffentlicht wurde der Song sechs Wochen vor Mercurys Tod am 24. November 1991. Doch nicht nur deshalb dürfte das Notizbuch für echte Queen-Fans ein

 

 

Faszinosum darstellen. Vielmehr handelt es sich bei der Textsammlung um das wohl letzte Zeugnis seiner unerschöpflichen Kreativität und gleichzeitig um einen Spiegel zur Seele des damals schwerkranken Musikers.

 

Dieser intime Zugang wird durch die Handschriftlichkeit der Notizen verstärkt, denn das analoge Schreiben ist ein aussagekräftiger Ausdruck unserer Persönlichkeit. Während getippte digitale Buchstaben nämlich absolut einheitlich und austauschbar sind, ist die Handschrift ein fester Bestandteil ihres Besitzers.

 

Dadurch sind die Notizbücher kreativer Köpfe nicht nur wertvolle Sammler- und Liebhaberstücke, sondern gleichermaßen ein echtes Tor zur Vergangenheit, das uns anhand der genauen Federführung jeden Geistesblitz des Schreibers detailgetreu nachempfinden lässt.

 

Künstler lieben Notizbücher

 

Dass die Handschrift deutlich öfter Geistesblitze auslöst, als ihre zahlreichen digitalen Nachahmer, ist uns papierverarbeitenden  Unternehmern längst bekannt. Neben vielen guten Gründen, mit der Hand zu schreiben, bringt die Handschrift nämlich vor allem einen Vorzug mit sich: absolute  Gestaltungsfreiheit. Statt unsere

Gedanken in vorgefertigte Vorlagen zu pressen, ermöglicht die Handschrift echte Kreativität jenseits der digitalen Grenzen.

 

Während wir am Laptop meist an vorprogrammierte Schemata gebunden sind, die unseren Gedankenfluss schon zu Beginn limitieren, ermöglichen Notizbücher kreative Freiräume, das Überspringen mehrerer Seiten, das Zeichnen von Skizzen oder die fruchtbare Verknüpfung alter mit neuen Ideen.

 

Letztendlich hängt die Wahl des geeigneten Brainstorming-Mediums natürlich von den Präferenzen des Benutzers ab. Auffällig ist aber, wie viele Künstler auf die altbewährten Helfer aus Papier setzen, während digitale Kreativtools vor allem in der Computerbranche boomen.

 

Ob der Queen-Song „The Show Must Go On“ auch dann ein Welterfolg gewesen wäre, wenn Brian May und Freddie Mercury den Song mithilfe eines Smartphones geschrieben hätten, darf jedenfalls in Frage gestellt werden – obschon es manche Formen des Genies geben mag, die über jedes Medium erhaben sind.

 

 

Autor: Richard Kastner

 

 

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