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Nicht bloß der alteingesessene Otto-Versand setzt seit jeher auf einen Katalog aus Papier: Schon seit Monaten schießen laufend neue gedruckte Kundenmagazine  auf den Markt.

 

Ob Handelskette, Online-Shop oder Startup – die Begeisterung erstreckt sich weit über sämtliche Branchengrenzen hinaus. Doch was geht in den Marketingabteilungen der Unternehmen vor, die auf einen Werkstoff setzen, der mehr als nur einmal totgesagt wurde – und das in Zeiten der rasanten Digitalisierung? Ganz einfach: Sie haben einen Trend erkannt, der unaufhaltsam scheint.

 

Printprodukte sind nämlich mitnichten Auslaufmodelle – vielmehr ist der  Entschleunigungsfaktor Papier während der vergangenen Jahre vom Wegwerf- zum Luxusprodukt avanciert.

 

So verzeichnen beispielsweise vor allem diejenigen Monatsmagazine große Erfolge und steigende Auflagen, die ein rundum hochwertiges Produkt anbieten. Weniger als 80g/m² sind tabu, News und Flüchtiges sind out.

 

Stattdessen setzt der Werkstoff Papier zukünftig auf die Qualitäten, die ihm regelrecht in die Wiege gelegt werden: Langlebigkeit, Nachhaltigkeit und Exklusivität.

 

Haptisch überzeugen, online konvertieren

 

Eines der Erfolgsbeispiele hört auf den Namen Edited und ist dem Otto-Startup AboutYou zuzuordnen. Das Modelabel richtet sich vor allem an weibliche Kunden und vertreibt sowohl alteingesessene Labels als auch junge und angesagte Nachwuchsdesigner.

 

Ein großer Teil der Edited-PR wird

durch Online-Angebote bestimmt. So betreibt das Label nicht nur einen eigenen Blog, sondern sogar eine WhatsApp-Hotline. Seit einiger Zeit gibt das Startup aber auch ein gedrucktes Kundenmagazin heraus, das sich eines herausragenden Erfolges erfreuen darf: Haptisch überzeugen, online konvertieren.

 

Franziska Nellessen, die für das Edited-Printmagazin verantwortlich ist, sagte im Interview mit dem t3n-Magazin: „Es macht absolut Sinn, ein Online- mit einem Offline-Kauferlebnis zu verknüpfen. Es gibt bei unseren Kunden ein sehr großes Bedürfnis, Produkte auch haptisch zu erleben. Dieses haptische Erlebnis ermöglichen wir ihnen unter anderem mit unserem Magazin. Papier ist dazu etwas, das einen in dieser kurzlebigen Zeit auch einmal etwas länger durch den Alltag begleitet. Das Magazin können unsere Kunden auch bequem auf der Couch lesen und wieder weglegen, um es später wieder aufzunehmen.“

 

Ein wichtige Zutat für das Erfolgsrezept: Transparenz. Dazu Nellessen: „Wir bieten ein sehr persönliches Magazin, gewähren unsere Kunden einen Blick hinter die Kulissen und präsentieren nahbar, offen und sehr transparent. Shootings werden unter anderem mit Edited-Mitarbeitern aus der Redaktion besetzt: Wir zeigen unsere Produkte an uns selbst.“

 

Hochwertige Printprodukte haben Zukunft

 

Auch AllyouneedFresh, der Online-Supermarkt der Deutschen Post, verlässt sich nicht ausschließlich auf digitale Werbung.

 

Zwar habe man dort bereits viele Zielgruppen erreichen können, so AllyouneedFresh-Unternehmens-sprecher Max Thinius im t3n-Interview. Manche potentiellen

 

 

Kunden seien aber Printbeilagen gewohnt und sollen nun durch das Kundenmagazin angesprochen werden.

 

Thinius ist sich sicher: „Mit einem Printmedium lässt sich eine Lernkurve erreichen, wir können so gut erklären, dass Lebensmittel online kaufen auch funktioniert.“

 

Zu diesem Zweck setzt das Team auf Qualität: „Wir haben festgestellt, dass eine Printpublikation tot ist, wenn die Inhalte uninteressant sind: Und reine Printkataloge sind im Bereich Supermarkt nun mal langweilig. Wir haben auch festgestellt, dass es wieder etwas Besonderes ist, ein solches Magazin zu bieten. Früher wurden Kunden geradezu überschwemmt mit solchen Magazinen, mittlerweile ist das nicht mehr so - trotzdem muss man natürlich spannenden Inhalt bieten.“

 

Auch in Zukunft möchte AllyouneedFresh auf das gedruckte Kundenmagazin setzen. Dazu Thinius: „Wir entwickeln das Magazin weiter, unser Lernprozess erfolgt stetig. Wir werden zukünftig noch stärker den Storyanteil in den Vordergrund stellen. Wie das genau funktioniert, das sehen wir dann im nächsten Magazin.“

 

Auch Edited-Head of Content & Communication Franziska Nellessen ist sich ihrer Sache sicher: „Für die Zukunft sehen wir noch ein großes Potential in unserem Magazin. Neben der breiteren Verteilung an Handelspartner und der Auslage im Edited-Store soll unser Edited-Magazin künftig auch an eine größere Kundengruppe versandt werden.“

 

 

 

Autor: Richard Kastner

 

 

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