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Die Indizien für eine Überdosis Cyberwelt häufen sich. Umso spannender vor dem Hintergrund, dass die digitale Transformation einmal mehr zu neuen Höhenflügen ansetzt.

 

Visionäre SciFis, in denen sich der Homo Hapticus in einen Avatar verwandelt, führen längst die Konsequenzen vor Augen – allen voran die Matrix : Der Mensch mutiert zum Spielball der Maschinen, sein Leben zur Online-Illusion ...

 

Haptische Produkte
geben uns Halt im digitalen Sog

 

Doch gemach! Die Wirklichkeit sieht anders aus. Noch. Denn auch der moderne Zeitgenosse definiert sich als primär sinnlich wahrnehmendes Wesen und entwickelt seinen Begriff von der Realität vor allem durch den Tastsinn.

 

Das komplexe haptische System erfüllt eine ganze Reihe existenzieller Aufgaben: sein eigenes Körperschema erfassen, die materielle Statistik der Umwelt begreifen, Objekte handhaben, nicht zuletzt soziale Beziehungen pflegen usw.

 

Als Instrument zur Erfassung der Realität spielt uns der Tastsinn Sicherheit in die Hände. Mit Blick auf die Konsumwelt geben uns haptische Produkte Halt im digitalen Sog. Das ist das Fundament für das massive Comeback analoger Produkte. Ein massiver Trend, auf den auch das Marketing setzt durch den verstärkten Einsatz analoger Werbemittel wie beispielsweise

 

 

Notizbücher, Werbekalender und Haftnotizen.

 

Das Comeback
analoger Produkte

 

Während immer mehr Produkte unfassbar werden, klettern parallel die Umsatzzahlen in Branchen, die bereits als Auslaufmodelle etikettiert wurden. Ein sehr lesenswerter Beitrag im Online-Magazin der Zeit liefert Zahlen und Hintergründe.

 

Das Comeback analoger Produkte, zu denen auch begehrte Paierprodukte zählen, greift um sich und wird insbesondere von den jungen Zielgruppen befeuert. Aktuell im Trend liegen beispielsweise Malbücher für Erwachsene – Mandalas kolorieren als Oase im grassierenden Alltagsstress, der durch 24/7 eher verlagert als reduziert wurde.

 

Der Handelsverband Büro und Schreibkultur wartet mit beeindruckenden Zahlen auf: Im Vergleich zu 2015 ist der Absatz von Mal- und Zeichenprodukten um 80 Prozent gestiegen und bilanzierte 2016 mit 45 Millionen Euro.

 

Sie wollen den Kontakt zur Wirklichkeit nicht verlieren

 

Auch der Buchhandel erfreut sich neuer Beliebtheit – in den letzten drei Jahren dümpelt der Umsatzanteil von E-Books bei unter fünf Prozent. Always on und sicher im Griff sind ebenfalls Taschenkalender und schicke Notizbücher längst wieder populär. Vinylscheiben verzeichneten 2016 einen Umsatzanstieg von 40

Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Entsprechend finden auch alte Plattenspieler immer mehr Fans aus dem Nachwuchslager.

 

Einen Hauptgrund für das Comeback analoger Produkte pointiert der Autor des Zeit-Artikels, Ulrich Stock, so: „Jüngere dekorieren ihren virtuellen Alltag mit realen Dingen, um den Kontakt zur Tradition und zur Wirklichkeit nicht zu verlieren.“

 

Viele der Produkte und mit ihnen verbundene Aktivitäten, die aktuell wieder angesagt sind, galten im ersten digitalen Hype als out. Dazu zählen u.a. Handarbeiten, Heimwerken oder Blumen und Nutzpflanzen züchten. Neben der Freude, mit eigenen Händen zu schaffen und spürbare Erfolge zu erzielen, erobern sich die Do-it-yourself-Fans auch ein Stückchen Unabhängigkeit zurück.

 

Gestern spießig, heute cool

 

Gestern spießig, heute wieder cool sind neuerdings auch Brettspiele. Sie erinnern sich vielleicht noch an Die Siedler von Catan? Wie Stock berichtet, versammeln sich in Spiele-Cafés in Kanada und dem Nordwesten der USA hunderte Fans zum Wochenend-Contest, lassen die Würfel rollen, Figuren wandern und tauchen mit allen Sinnen ins spannende Spielgeschehen ein.

 

Wie die Psychologin Terry Kupers resümiert: „Touch is not just correlated with being human – it is being human.“

 

 

Autor: Richard Kastner

 

 

 

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