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Was man in der Pädagogik längst weiß, lässt sich mühelos auf die Werbung übertragen: Frontalunterricht verschlechtert die Lernerfolge. Aussichtsreicher sind die Lehrmethoden, die auf den Dialog mit den Schülern und deren eigenständige Auseinandersetzung mit dem Unterrichtsstoff abzielen.

 

Ganz ähnlich läuft der Hase in der Werbung. Wer potentielle Kunden mit Werbebotschaften überflutet, ohne sie wirklich zu berühren, erzielt vor allem eines: Überdruss und in letzter Konsequenz Reaktanz. So schrill die Werbung auch ist: Man kann niemanden zum Erwerb eines Produktes nötigen, auch nicht mit Penetranz und Lautstärke.

 

Reizüberflutung

 

Geradezu surreale Blüten treibt die Reizüberflutung im Internet: Blinkende Banner, unerwünschte Pop-Ups, SPAM-Mails am laufenden Band und schlecht gemachter „Content“ im Überfluss vermiesen die User Experience und haben das Potential, selbst soziale Medien wie Facebook langfristig in Schieflage zu manövrieren – jüngere Generationen sind längst schon auf Instant Messenger wie WhatsApp umgestiegen. Sie fühlen sich von den digitalen Unternehmen zunehmend gestalkt.

 

Wer Werbung macht, muss auf Zielgruppen eingehen können. Dieses Credo hat sich seit Anbeginn des Marketings nicht geändert und behält auch im 21. Jahrhundert seine Gültigkeit. Das Problem nicht nur für Marketer ist

 

 

der zunehmende Druck, der wiederum Stresshormone produziert.

 

Die neue Orientierungslosigkeit

 

Diese Stresshormone blockieren unser natürliches Vermögen zur Empathie und sorgen dafür, dass wir vor lauter Umsatzsteigerungsdruck den Blick für das Wesentliche verlieren: den Kunden.

 

Diese neue Orientierungslosigkeit wurde interessanterweise von dem Medium ausgelöst, das vermeintlich den größten Erfolg versprach. So galt das Internet seinerzeit als gelobtes Land, in dem sich der Umsatz von den Bäumen pflücken lässt. Mittlerweile ist beinahe jeder auf den Zug aufgesprungen.

 

Quantität statt Qualität

 

Genau das beschreibt das Problem: Das Internet ist zum quantitativen Medium verkommen, das inzwischen beinahe ausschließlich von der möglichst rasanten Content-Produktion lebt. Recherche und Sorgfalt sind in den Hintergrund geraten – was zählt, sind Geschwindigkeit und Reichweite.

 

Das wiederum befeuert die digitale Einbahnstraßenkommu-nikation. Statt um das Sehen und das Gesehen werden geht es nur noch um das Gesehen werden. Der potentiellen Kundschaft wird automatisch unbegrenzte Aufnahmefähigkeit unterstellt.

 

Auch der Kostenfaktor dürfte eine große Rolle spielen, denn ein

Facebook-Post lässt sich schnell und günstig boosten. Dass die allermeisten Facebook-User einen gesponserten Post als unangenehmen Eingriff in die Privatsphäre empfinden, wird dabei geflissentlich übergangen.

 

3-Monatskalender als Werbeträger

 

Hier kommen die analogen Werbemedien wieder ins Spiel, insbesondere Printanzeigen und Werbeträger wie beispielsweise ein 3-Monatskalender. Kaum jemand, der sich im 21. Jahrhundert den Erwerb eines Printmediums aufoktruieren lässt. Und kaum jemand, der den Erhalt eines Werbeartikels mit einer ablehnenden Geste quittiert.

 

Das trifft natürlich im Prinzip auf alle Werbeartikel zu, nicht nur auf die weit verbreiteten 3-Monatskalender. In der Regel ist die Entgegennahme eines gegenständlichen Werbeträgers bereits mit einer annehmenden Geste verbunden, mit einer Inbesitznahme. Das stärkt übrigens auch die Erinnerung an den Absender, den so genannten Recall.

 

Das gilt übrigens auch für personalisierte Werbemailings mit Botschaftsverstärkern wie beispielsweise Bildkalendern, 3-Monatskalendern oder auch Notizbüchern.

 

 

Autor: Richard Kastner

 

 

 

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